Ev.-Luth. Christuskirchengemeinde, Wiesbaden

Pfarrer Peter Kiehl

 

 

Grün ist die Hoffnung

Liebe Gemeindeglieder der Wiesbadener Christuskirchengemeinde, liebe Freunde, Leserinnen und Leser!

Erneut sind auf dem Bild Äste zu sehen. Zuletzt waren es die von kahlen Bäumen im Herbst, Sinnbilder für Tod und Vergehen. Jetzt im Vordergrund ein ausgesägter Tannen-Umriss, im Hintergrund die Äste des Nadelbaums mit viel Grün.

„Wie grün sind deine Blätter …“. Das Lied kommt mir in den Sinn. Ich kenne es seit Kindertagen. Und jedes Jahr höre ich es wieder. Nicht in der Kirche, aber in der Stadt, auf den Straßen, in den Kaufhäusern, auf dem Weihnachtsmarkt sowieso. Und überall das Grün von den Weihnachtsbäumen und dem vielen Tannenreisig. Egal, ob es tagsüber grün von Natur aus leuchtet, oder ob es dann abends von vielen kleinen Lämpchen beleuchtet wird.

„Du grünst nicht nur zur Sommerzeit. Nein auch im Winter, wenn es schneit.“ So heißt es in dem Lied weiter. Und das ist besonders wichtig. Denn eine Pflanze, die immer grün ist, verkörpert Lebenskraft, und nicht umsonst ist Grün die Farbe der Hoffnung. Deshalb ist diese Tradition wahrscheinlich auch schon so alt. Der erste urkundlich erwähnte Weihnachtsbaum stammt immerhin aus dem Jahr 1527. Wobei es wohl auch schon vorher Weihnachtsbäume gegeben hat.

Wie auch immer. Es passt ganz wunderbar in diese dunkle und oft trübe Zeit. Gerade, wenn alle Bäume und Sträucher ihr Laub verloren haben, sticht das Grün voll heraus. Es gibt Hoffnung für diese Welt. Dafür steht symbolisch das Grün. Und erinnert daran: Diese Hoffnung kommt an Weihnachten zur Welt. Gott ist zur Welt gekommen. In dem Kind in der Krippe kann man ihn erkennen. Und begreifen: Er lässt uns nicht im Stich. Er ist uns ganz nah. Egal, wie dunkel unser Alltag im Moment aussieht.

Der Weihnachtsbaum wird deshalb dann auch mit allerlei Erinnerungsstücken geschmückt: Strohsterne, die an den Stall in Bethlehem erinnern. Kerzen, die für das Licht stehen, das mit Jesus in die Welt gekommen ist. Mitten hinein in diese dunkle Zeit und in unsere manchmal dunkle Welt kommt ein kleines Kind und bringt uns Licht.

Nein, es geht nicht um irgendeine unbestimmte Hoffnung, die als „ein Lichtlein von irgendwoher“ kommt, und die einem „irgendwie“ weiterhilft. Das ist simple Auto-Suggestion. Hilfreich, ja, um besser durch dieses Leben zu kommen.

Es gibt aber eine Hoffnung, die über dieses Leben hinausführt und sich auf einen festen Grund stützen kann, nämlich auf Gott und sein lebendiges Wort: Er ist Mensch geworden, um die Menschen – uns – zu retten, die wir von der Sünde gezeichnet und dem Tod verfallen sind. Und er kommt auch noch heute. Das kann ich in jedem Gottesdienst erleben, und besonders im heiligen Abendmahl. Da ereignet sich Weihnachten für mich. Glaube und Liebe werden mir geschenkt. Und Hoffnung. „Die Hoffnung und Beständigkeit, gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit.“

Dass Sie solchen Trost, solche Kraft und Hoffnung durch Christus erfahren können, wünscht Ihnen

Ihr Vakanz-Pfarrer

Pfarrer Peter Kiehl