Ev.-Luth. Christuskirchengemeinde, Wiesbaden

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais
und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.
Jesaja 11,


Liebe Glieder der Christuskirchengemeinde Wiesbaden,

interessant finde ich in Deutschland jedes Jahr die Frage vor Weihnachten, ob es wohl Schnee zum Fest geben wird oder nicht. In den Wochen vorher werden immer mehr Prognosen berechnet, die mit jedem Tag ein wenig sicherer werden. Wie es in diesem Jahr 2021 wird, lässt sich noch nicht sagen, dafür ist es aktuell noch zu früh. Manche Wetterexperten erwarten tatsächlich einen überdurchschnittlich kalten Winter, andere sind da sehr viel zurückhaltender mit ihrer Vorhersage.

 

 

Im Bild ist eine wunderschöne Winterlandschaft zu sehen. So winterlich wird es bei uns in Wiesbaden sehr wahrscheinlich nicht zu Weihnachten (das im Schnee stehende Flurkreuz lässt immerhin erahnen wie tief der Schnee auf dem Bild liegt). Aber das Kruzifix mitten im Schnee kann uns ein wunderschönes Bild für das werden, was wir zu Weihnachten feiern: Die Erde ist kalt, zugedeckt unter Eis und Schnee; es ist mitten im Winter; da kündigt sich der Retter der Welt an!

In dem bekannten Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“ (ELKG 23 | ELKG2 339) heißt es in der ersten Strophe, „mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht.“ Die Rede ist von einem Spross, der mitten in der Nacht mitten im Winter keimt. Das ist äußerst ungewöhnlich – ja, eigentlich ausgeschlossen – dass eine Pflanze mitten im Winter keimt und
sprosst. Pflanzen brauchen die Wärme des Frühjahrs um wachsen zu können.

Der Spross, von dem in dem Weihnachtslied analog zu Jesaja 11 die Rede ist, keimt und wächst aber tatsächlich mitten im kalten Winter. Es ist Jesus Christus, der von den Propheten verheißene Messias, Retter, Heiland und Erlöser, der in einer Winternacht von Gott im Himmel zu uns auf die Erde kommt. Es ist das göttliche Leben, das er in sich trägt, dass ihn inmitten unserer kalten Welt geboren werden lässt.

Mitten im kalten Winter keimt Leben auf. Ja, inmitten unserer gefallenen, todgeweihten Welt lässt Gott neues Leben wachsen. Leben, das Sünde durch Vergebung überdecken wird. Leben, das Heilung von gebrochenen Beziehungen schenken wird. Leben, das sich stärker als Krankheit und Tod erweisen wird.

Noch ist Winter, noch ist es kalt. Noch ist der Spross ein zartes Pflänzchen. Dieses Pflänzchen, mitten im Winter, steht aber für die Hoffnung, die mit Jesus Christus das Dunkel unserer Nacht durchbrochen hat.
In der Freude dieser Hoffnung wünsche ich allen ein gesegnetes Fest der Geburt unseres Herrn!

Ihr und euer
Pfarrer Michael Ahlers

 

 

Das Blümlein so kleine
das durftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine
vertreibts die Finsternis.
Wahr‘ Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.